Seit einigen Monaten gehört "Re-Targeting" zum aktiven Vokabular jedes Online-Vermarkters. Die absatzorientierte Werbeform boomt dank dem ungebremsten Wachstum von Online-Shops und den intensiven Bemühungen der grossen Werbenetzwerk-Anbietern wie Google.
Es gilt wohl als unbestritten, dass der Re-Targeting Anzeigemarkt ein enormes Wachstumspotential aufweist, vorallem wenn man bedenkt, dass die Liste der erfolgreichen Cases täglich länger wird.
Re-Targeting ist so einfach wie logisch: Ein User besucht die Website eines Online-Schuhversandhandels und schaut sich das Modell XY an ohne dieses zu kaufen. Anschliessen surft er weiter zu z.B. einer Newsseite. Ist diese Teil des Anzeigennetzwerks, wie z.B. des Google Display Networks, sieht der User dort eine Anzeige jener Schuhe, die er
eben angeschaut hat. Die Anzeigeschaltung kann selbstverständlich mit der Justierung diverser Variablen wie Zeitdauer, Rotation der Anzeigen etc. optimiert werden.
Neben der reinen Anzeigenvermarktung, welche auch auf Kosten der klassischen Anzeigen geht, eröffnet das Re-Targeting ein weiteres äusserst spannendes Feld, nämlich den "Re-Targeting-Handel". An dieser nach gelagerten Phase des Re-Targeting-Feldzugs wird auf Technologie-Seite massiv gearbeitet, wie mir ein Google Product Spezialist verriet.
Beim Re-Targeting-Handel verkaufen Publisher die Targeting-Daten ihrer Nutzer an Werbetreibende. So kann z.B. eine Automarke ihre Re-Targeting Daten an einen ihrer Autohändler verkaufen. Benutzer, die die offizielle Website der Automarke besucht haben, bekommen anschliessend auf einer anderen Seite die Händleranzeigen zu sehen.
Ein weiteres Beispiel ist ein Ferien-Blogger, der nicht nur Anzeigen in seinen Blog einbindet, sondern die Targeting-Daten seiner Leser einem Online-Reisebüro verkauft. User, die auf dem Blog einen Erlebnisbericht über Teneriffa gelesen haben, sehen anschliessend auf einer Newssite die Anzeige von Pauschalangeboten des Reisebüros.
Nach diesem Muster gibt es eine Reihe weitere Möglichkeiten und man darf gespannt sein, wann die ersten Tools die Labs verlassen.